7. ProcessLab-Konferenz

Erfolgreiche Prozessverbesserung
durch Mitarbeiterintegration

Konferenz am 13. Juni 2013 in der
Frankfurt School of Finance & Management

















 









 



 
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Die 7. ProcessLab-Konferenz widmete sich der wohl schwierigsten Aufgabe von Prozessprojekten – der Umsetzung in die Unternehmenswirklichkeit. Da Vorgehensweisen, Methoden und Tools für das Prozessmanagement in großer Zahl zur Verfügung stehen, sind die Voraussetzungen für den Neuentwurf von Prozessen bzw. die Optimierung bestehender Prozesse geschaffen. Diese eher "technische" Seite stellt damit heute kein wirkliches Problem mehr dar. Ganz anders sieht es bei der Umsetzung aus. Wenn Projekte heute scheitern, dann geschieht dies meist aufgrund von kulturellen und individuellen Hürden bei Mitarbeitern und Führungskräften.

Rund 110 Teilnehmer gingen der Frage nach, wie Mitarbeiter dazu motiviert werden können, sich in Veränderungsprojekte einzubringen und somit den Erfolg der Projekte zu ermöglichen.

Mitarbeiterzufriedenheit erhöht Prozessqualität
Zur Einleitung machte Prof. Dr. Jürgen Moormann, der die Konferenz leitete, die Relevanz des Themas deutlich. Anschließend stellte Corinna Grau, Organisationsberaterin bei der Wüstenrot & Württembergische AG und Doktorandin am ProcessLab, erste Ergebnisse eines umfassenden Forschungsprojekts vor. Sie konnte statistisch nachweisen, dass zwischen der Kultur eines Unternehmens und der Qualität von Unternehmensprozessen ein klarer Zusammenhang besteht. Die Qualität von Prozessen steigt u.a. durch den Grad der Mitarbeiterzufriedenheit und durch Beteiligung der Mitarbeiter bei der Entscheidungsfindung in ihrem Aufgabenbereich.

Es geht nicht nur um Kostensenkung
Dass es in Prozessprojekten nicht nur um Kostensenkung gehen darf, wurde auch bei der Generali Deutschland Services GmbH erkannt. Dort hat man das preisgekrönte (SSON Excellence Award 2013) Exzellenz-Programm "Express" entwickelt. Die Leistungsfähigkeit wird hier nicht nur in der Dimension "Prozesse und Kosten", sondern auch in den Kategorien "Kunde", "Mitarbeiter und Führungskräfte" und "Innovation" gemessen. Damit solle eine ganzheitliche Entwicklung des Unternehmens gefördert werden, erklärte Karen Schulz-Kiske, Leiterin KonzernServices bei der Generali Deutschland Services GmbH, in ihrem Vortrag.

Learning by Doing ist am hilfreichsten
Doch wie kann die Integration von Mitarbeitern in Veränderungsprojekten tatsächlich erreicht werden? Ein wesentlicher Aspekt ist der Aufbau der dafür notwendigen Kompetenzen seitens der Mitarbeiter. Dabei geht es nicht nur um Fach- und Methodenwissen, sondern insbesondere darum "Prozessdenken" zu erlernen. Schließlich müsse der betroffene Mitarbeiter seine Arbeit und den Gesamtprozess, in den sich diese Arbeit eingliedert, verstehen, erklärte Dr. Michael Leyer vom ProcessLab. Ergebnisse aktueller wissenschaftlicher Experimente zeigen, dass sich Prozessdenken am besten durch "Learning by Doing" in Kombination mit einer weiteren Lernmethode erlernen lässt.

Wie ein solches "Learning by Doing" aussehen kann, zeigte Eva Zehler, Leiterin Produktion der Westerwald Bank eG. Mit dem vom ProcessLab entwickelten Planspiel "KreditSim" erlernen die Mitarbeiter der Bank das "End-to-End"-Prozessdenken, indem sie einen simulierten Prozess optimieren. Neben dem "Begreifbar machen" von Prozessen seien die Teamarbeit, die Identifikation mit dem "eigenen" Prozess und der Spaß an der Optimierung weitere wesentliche Bestandeile für den Lernerfolg, berichtete Frau Zehler.

Lernen von der Industrie
Einen spannenden Einblick aus der Fertigungsindustrie gab Dr. Sebastian Beetz, Leiter des Lean-Programms MOVE beim Automobilzulieferer Schaeffler Technologies. Schaeffler gilt als weitweit profitabelster Automobilzulieferer und auch hier setzt man stark auf das "Learning by Doing". Dr. Beetz zeigte, wie Mitarbeiter durch Prozesssimulationen in der "MOVE Lernfabrik" die Prinzipien des Prozessdenkens und der Prozessverbesserung erlernen. Mit Hilfe der "Lernfabrik light" ist es sogar möglich, Mitarbeitern in wenigen Stunden Prozessverbesserungstechniken näher zu bringen. Daneben verfolgt Schaeffler das Prinzip "Lernen von den Besten". So werden regelmäßig Benchmarking-Seminare durchgeführt, auf denen Mitarbeiter zunächst Top-Unternehmen, wie z.B. Toyota, besuchen und in einem anschließenden Workshop herausarbeiten, in welchen Bereichen sich Schaeffler noch weiter verbessern kann.

Ängste vor Arbeitsplatzverlust nehmen
Bei Veränderungsprojekten spielen Emotionen eine große Rolle. Insbesondere stellt sich die Frage, wie Mitarbeiter von der Angst der anstehenden Veränderungen befreit werden können. Dieses Thema wurde in einer Podiumsdiskussion, geleitet von Prof. Dr. Myriam Bechtoldt, Professorin für Organizational Behavior an der Frankfurt School of Finance & Management, diskutiert. Dr. Udo Milkau, Leiter Geschäftssteuerung Operations & Services der DZ BANK, betonte, dass ein Mitarbeiter keine Angst davor haben dürfe, dass er seinen Arbeitsplatz verliert, wenn er eine Prozessverbesserungsidee hat. Dr. Beetz wies zudem auf die Notwendigkeit einer Vision hin. Ohne eine Vision gäbe es keine Sinnstiftung und keine Zielsetzung. Die Ziele müssten greifbar und verständlich sein, ergänzte Dr. Milkau, und im Einklang mit den Werten des Unternehmens stehen, außerdem müssten die "Herzen der Mitarbeiter" erreicht werden. Dr. Milkau bezog sich dabei auf seine Vorrednerinnen, denn die Bedeutung der Identifikation des Mitarbeiters mit "seinem/ihrem" Prozess und dem Spaß an der Prozessoptimierung war beispielsweise in dem Vortrag von Frau Schulz-Kiske mit den Slogans "Massnahmen + Messung = Meins" und "Express muss Spaß machen." deutlich geworden.

Führungskräfte müssen vorangehen
Neben dem Aufbau der erforderlichen Kompetenzen und der Berücksichtigung der Emotionen von Mitarbeitern ist aber auch die Einbindung der Führungskräfte notwendig. Dies war eine weitere zentrale Aussage der Konferenz. Führungskräfte müssten als Multiplikatoren eingebunden werden, damit Prozessverbesserungsinitiativen der Mitarbeiter zum Tragen kommen könnten, betonte Martina Boss, die als Leiterin des Geschäftsprozessmanagements für das Prozessmanagement der Kreissparkasse Ludwigsburg verantwortlich ist. Auch Dr. Beetz hatte bereits in seinem Vortrag diesen Aspekt betont und die Führungskräfte-Workshops von Schaeffler vorgestellt. Wichtig sei dabei jedoch auch, so Dr. Beetz, dass die Führungskräfte ihre Mitarbeiter in Sachen Prozessdenken und Innovation nicht abhängen.

Nicht nur Prozesse optimieren – die Zukunft liegt in der Prozessinnovation
Mit großer Spannung wurde schließlich die Keynote von Prof. Dr. Michael Rosemann von der Queensland University of Technology, Australien, erwartet. Prof. Rosemann ist einer der international renommiertesten Forscher auf dem Gebiet des Prozessmanagements. Er gab den Konferenzteilnehmern vollkommen neue Impulse. Effizienzprobleme mit den bewährten Prozessmanagementmethoden zu lösen, das sei lediglich eine Seite der Medaille. Um wirklich erfolgreich zu sein, müsse man völlig neue Wege gehen und proaktiv Innovationen generieren und verwirklichen. Prof. Rosemann stellte ein ganzes Spektrum neuartiger Ansätze in den Raum: Wenn nicht die Kostenoptimierung, sondern beispielsweise die Mitarbeiterzufriedenheit das vorrangige Ziel von Prozessoptimierungen wäre, was hätte dies für Konsequenzen für den Erfolg von Change-Initiativen? Wären effizientere Prozesse eine natürliche Folge einer erhöhten Mitarbeiterzufriedenheit?

Fazit: Viel Potenzial für Mitarbeiterbegeisterung
Ein solcher Paradigmenwechsel ist für Finanzdienstleister in Deutschland zurzeit kaum vorstellbar. Aber die Bedeutung von "weichen" Faktoren wie der Unternehmenskultur und der Mitarbeiterzufriedenheit für den Erfolg von Unternehmen und ihren Prozessen ist erkannt worden, das hat die Konferenz ganz deutlich gemacht. Darüber hinaus gibt es bereits gute Beispiele der Umsetzung, insbesondere in der Industrie. Von diesen Beispielen können Finanzdienstleister viel darüber lernen, wie sie Mitarbeiter und Führungskräfte für die Erreichung von Prozessexzellenz nicht nur beteiligen, sondern sogar begeistern können.



Impressionen zur ProcessLab-Konferenz 2013
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Das Programm der 7. ProcessLab-Konferenz können Sie hier als PDF herunterladen:

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An der Konferenz wirkten u.a. mit:

Keynote: Prof. Dr. Michael Rosemann, Head of Information Systems School, Queensland University of Technology

Karen Schulz-Kiske, Leiterin Konzern-Services, Generali Deutschland Services GmbH

Dr.-Ing. Sebastian Beetz, Leiter MOVE Management, Schaeffler Technologies AG &
Co. KG

Corinna Grau, Organisationsberaterin, Wüstenrot & Württembergische AG

Dr. Udo Milkau, Leiter Geschäftssteuerung Operations & Services, DZ BANK AG
Martina Boss, Leiterin Geschäftsprozessmanagement, Kreissparkasse Ludwigsburg

Eva Zehler, Leiterin Produktion, Westerwald Bank eG

Prof. Dr. Myriam Bechtoldt, Frankfurt School of Finance & Management

Leitung: Prof. Dr. Jürgen Moormann, Frankfurt School of Finance & Management


Die Fachkonferenz richtete sich an:
Führungskräfte und Mitarbeiter aus allen Banken, Sparkassen und Versicherungsunternehmen
Führungskräfte und Mitarbeiter von weiteren Unternehmen der Finanzbranche
Assistenten der Geschäftsleitung
Mitarbeiter aus Stab, Organisation/Prozesse/Qualitätsmanagement und Personal/HR
Führungskräfte und Mitarbeiter aus Beratungshäusern
Doktoranden/wissenschaftliche Mitarbeiter von Universitäten und anderen Hochschulen mit dem Schwerpunkt Prozessmanagement in der Finanzbranche




Das ProcessLab ist ein Forschungscenter der Frankfurt School of Finance & Management. In dem Center werden auf Basis wissenschaftlicher Methoden praxisrelevante Fragestellungen des Prozessmanagements in der Finanzbranche untersucht und Lösungsvorschläge erarbeitet. Die Arbeit am ProcessLab erfolgt in enger Kooperation mit Unternehmen der Branche. Weitere Informationen zum ProcessLab finden Sie in unserer ProcessLab-Broschüre und unter www.processlab.info.



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